Wen treffen Brandanschläge?

Verschiedene Zeitungen berichten heute (u.a. hier) darüber, dass einige Fahrzeuge meines Unternehmens angezündet wurden und es sich dabei um Taten der linksextremen Szene handeln soll. Wer das war, darüber werde ich nicht spekulieren. Es gilt das hohe Gut der Unschuldsvermutung. Alles Weitere klären die Ermittlungsbehörden – so wie sich das in einem Rechtsstaat gehört.

Dass die Fahrzeuge nicht zur Verfügung stehen, ist ärgerlich. Die Arbeit der Kollegen wird dadurch ungleich schwieriger. Das sind übrigens keine Nummern, sondern Menschen. Menschen mit Familie, die mit der Arbeit in unserem Team Geld verdienen und damit den Lebensunterhalt sichern, etwas für die Ausbildung der Kinder beiseitelegen oder für den nächsten Urlaub.

Die Autos sind selbstverständlich versichert. Heißt: Ersatz des Schadens und der Fahrzeuge. Davon profitieren dann Autokonzerne. Die sind meist börsennotiert. Aber spannender ist die Frage des Schadensersatzes. Das machen Versicherungen. Und wissen Sie, wie Versicherungen funktionieren? Da werden individuelle Risiken durch ein Kollektiv abgesichert. Ganz praktisch: Jeder Versicherungsnehmer zahlt ein und wenn es zu einem Schaden kommt, dann wird der Schaden durch die Versicherung aus den Beiträgen aller (das Kollektiv) ersetzt. Die Beiträge werden anhand von Risikoeinschätzungen festgelegt. Steigen die allgemeinen Risiken, steigen die Beiträge für alle.

Konkret: Mehr Brandanschläge bedeuten ein höheres Risiko und höhere Beiträge. Die zahlt dann natürlich auch mein Unternehmen. Aber die zahlt auch die alleinerziehende Mutter oder der Großvater mit vier Enkelkindern. Oder anders: Den Schaden hat auf den ersten Blick die CG Gruppe. Am Ende zahlen wir aber alle für diese Form der „Debatte“. Ist das fair?