Weg mit dem Quadratmeterpreis

Seit Jahren frage ich mich, warum wir Wohnungen über Quadratmeterpreise vergleichen. Im Neubau kann ich das durchaus verstehen, denn über diese Form der Standardisierung lassen sich Schritte vergleichen. Aber in politischen Debatten über Miethöhen? Sind 5 Euro nettokalt nun viel oder wenig? Für den Eigentümer lässt sich das recht leicht sagen. Hinter allem steht eine quadratmeterbezogene Kalkulation. Aber für den Mieter?

Lassen Sie mich das ganz praktisch erläutern: Wenn eine kleine Familie in einer 65qm-Wohnung wohnt und dafür 5 Euro nettokalt zahlt, macht das 325 Euro im Monat. Findet die Familie nun keine 65qm-Wohnung, sondern nur eine große 100qm-Wohnung, zahlt sie dafür schon 500 Euro – ohne Betriebskosten. In der politischen Diskussion ist die Situation der Familie aber nicht verändert. Die Miete liegt in beiden Fällen bei 5 Euro. Trotzdem ist der Unterschied in der Haushaltskasse enorm. Also verabschieden wir uns doch endlich von Quadratmeterpreisen und reden wir über die tatsächlichen Kosten für eine Wohnung.

Zu den tatsächlichen Kosten gehören dann auch die Betriebskosten. Gut gedämmt, mit dichten Fenstern und effizienter Heizungsanlage sparen Sie auch als Mieter richtig Geld. In der politischen Diskussion wird darüber aber gern hinweggegangen. Da zählt nur der Quadratmeter nettokalt. Die tatsächlichen Wohnungskosten verschwimmen da mehr und mehr.

Ich finde das unfair. Lassen Sie uns nicht mit abstrakten Quadratmetermieten rechnen, sondern mit den tatsächlichen Kosten fürs Wohnen: Nettokaltmiete, Heizung, Strom, Müllgebühren, Wasser, Abwasser, Grundsteuer und einen fair bezahlten Hausmeister – und zwar als Summe pro Wohnung.