Asphaltkiez

Dass es in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain gelegentlich ein bisschen drunter und drüber geht, ist bekannt. Dass die Polizei die Lage kaum in den Griff bekommt, wird mittlerweile bundesweit diskutiert. Nun hat der zuständige Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt, veranlasst, dass das historische Pflaster durch schnöden Asphalt ersetzt wird. Begründung: Dann können Chaoten die Steine nicht mehr ausbuddeln und damit auf Einsätzkräfte werfen.

Auf den ersten Blick: Chapeau, Herr Schmidt.

Auf den zweiten Blick frage ich mich, warum Projektentwickler dann weiterhin zu preistreibenden Fassaden- und Architektenwettbewerben verdonnert werden, wenn die Politik einfach im Handumdrehen und gänzlich ohne Bürgerbeteiligung so massiv ins Stadtbild eingreift. Klar, mag es die Sicherheit erhöhen. Aber die Lage ist doch erst durch Untätigkeit der Politik entstanden. Dass jetzt diejenigen, die sich Baukultur und Vielfalt auf die Fahnen schreiben, monotone Asphaltkieze schaffen, ist schon ein Treppenwitz. Nicht der erste in Xhain, übrigens…